D-EDGE und KI: Unsere Strategie in 5 Fragen
Interview mit Jean-Dominique Brivet, CPO
Die KI entwickelt sich rasant weiter. Was ist die zentrale Überzeugung von D‑EDGE?
Jean-Dominique Brivet, Chief Product Officer bei D‑EDGE:
Wir betrachten KI als einen grundlegenden Wandel in der Wertschöpfungskette des Vertriebs, der in gewisser Weise mit den Entwicklungen beim Aufkommen des Internets vergleichbar ist.
Unser Ziel ist es jedoch nicht, KI überall einzusetzen, nur weil der Markt dies erwartet.
Für einen Hotelier liegt der eigentliche Mehrwert darin, dass KI dazu beiträgt, den Vertrieb verständlicher und einfacher zu verwalten.
Die Frage, die wir uns also stellen, lautet nicht „Wo können wir KI einsetzen?“ sondern vielmehr „Wo kann KI eine geschäftliche Entscheidung wirklich verbessern?“
Warum ist D‑EDGE der Ansicht, dass es eine besondere Rolle zu spielen hat?
Denn die Distribution lässt sich nicht isoliert optimieren.
D‑EDGE verbindet bereits viele der Faktoren, die für die wirtschaftliche Leistung eines Hotels entscheidend sind: Markt- und Wettbewerbsdaten, Preisgestaltung, den Channel-Manager, die Buchungsmaschine, die direkte digitale Akquise sowie die Systeme zur Verwaltung von Preisen und Verfügbarkeiten.
Unsere Vision ist es, diese verschiedenen Komponenten schrittweise so zu gestalten, dass sie intelligenter zusammenarbeiten.
Das ist der eigentliche Vorteil eines Vertriebsplattform: KI kann das Gesamtbild erfassen, nicht nur einen Teil davon.
Was bedeutet das konkret für Hoteliers?
Ein erstes Beispiel ist Preisempfehlungen.
Das Produkt kombiniert die Preise der Mitbewerber, die hotelinternen historischen Daten sowie Belegungsinformationen, um Preisempfehlungen für die kommenden Monate abzugeben. Der Hotelier behält die Kontrolle und entscheidet selbst, ob er die Empfehlung umsetzt oder nicht.
Allgemeiner betrachtet erkennen wir eine Entwicklung in drei Schritten.
Erstens kann KI die Informationen herausfiltern, auf die es ankommt.
Anschließend kann es Maßnahmen empfehlen (aktuelle Phase).
Möglicherweise werden Agenten irgendwann in der Lage sein, einige dieser Aktionen automatisch auszuführen.
Wir wollen jedoch schrittweise vorgehen. Der Vertrieb ist zu strategisch wichtig, als dass er sich über Nacht in eine „Black Box“ verwandeln könnte.
D‑EDGE stürzt sich also nicht Hals über Kopf in die Entwicklung vollautonomer KI-Agenten?
Nein.
Die Begeisterung für agentische KI ist groß, doch gerade hier halten wir es für wichtig, pragmatisch zu bleiben.
Wenn eine KI einem Hotelier sagt: „Ihre Auslastung liegt bei 90 %; Sie sollten erwägen, Ihre Vertriebsstrategie für diese Zimmerkategorie anzupassen“, Der Hotelier kann sich die Empfehlung ansehen und dann entscheiden.
Einem Makler zu gestatten, Preise und Bestände ohne menschliches Eingreifen zu ändern, bedeutet ein ganz neues Maß an Verantwortung.
Wir sind der Überzeugung, dass Vertrauen Schritt für Schritt aufgebaut werden muss.
Was sollten Hoteliers heute tun?
Warten Sie nicht, bis sich der Markt vollständig stabilisiert hat, aber stürzen Sie sich auch nicht auf jede neue KI-Ankündigung.
Konzentrieren Sie sich zunächst auf die Bereiche, in denen bereits Veränderungen sichtbar sind.
Machen Sie Ihr Hotel für KI-Systeme verständlich. Entwickeln Sie reichhaltigere und präzisere Inhalte. Investieren Sie weiterhin in die Akquisitionskanäle, die nach wie vor gute Ergebnisse liefern. Schützen Sie Ihr Direktpreisangebot. Behalten Sie die Kontrolle über Ihren indirekten Vertrieb.
Und wählen Sie Technologiepartner aus, die diese Entscheidungen miteinander verknüpfen können, anstatt die Fragmentierung noch weiter zu verstärken.
In der Zukunft geht es nicht darum, mehr KI-Tools zu haben. Es geht darum, mithilfe von KI die gesamte Vertriebsstrategie besser aufeinander abzustimmen.
Das könnte Ihnen auch gefallen
Ein Leitfaden zur Stärkung Ihrer Direktvertriebsstrategie
4 Profile, 4 Buchungsmöglichke…